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Aktuelles

22. Februar 2026

Juso-Ausflug nach Amsterdam

Auf den Spuren Anne Franks

Im November haben wir uns früh am Morgen am Bünder Bahnhof getroffen und sind gemeinsam
mit unserer Juso-Ortsgruppe sowie mit Gästen der jungen Grünen mit dem IC nach Amsterdam
gefahren. Auch an diesem Tag hat der Winter bei der Bahn für Verspätung gesorgt und wir haben
uns noch ein bisschen im Bahnhofscafé aufgewärmt. Zufällig ist uns dort unser
Landtagsabgeordneter Christian Obrok begegnet, dessen Zug nach Düsseldorf ebenfalls von
der Verspätung betroffen war. Wir tauschten uns über unsere Pläne aus und er sprach direkt den
Wunsch aus, uns bei einer der nächsten Juso-Sitzungen besuchen zu kommen und sich mit ihm
über unsere Arbeit in der Stadt Löhne und unsere Pläne für das nächste Jahr auszutauschen. So
hatte die Verspätung in dieser Hinsicht was Gutes!
Schon bei der Zugfahrt sprachen wir über künftige Verteilung der Plätze in den Ausschüssen unserer
Stadt und der SPD-Fraktion, die in dieser Zeit nach der Kommunalwahl anstanden. Auch hier
setzen wir uns für die Besetzung der offenen Posten mit jungen Menschen ein.
In Amsterdam angekommen stärkten wir uns direkt mit Pfannkuchen in einem alten
Pfannkuchenhaus- von eher bekannten Apfelpfannkuchen bis hin zu Pfannkuchen mit Speck
und Käse- war die Auswahl reichlich und lecker!
Schon im Voraus hatten wir rechtzeitig einen Besuchsslot im Anne-Frank-Haus gebucht. Dieser
stand nun als nächstes auf unserer Tagesordnung.
Als wir unsere Jacken an der Garderobe abgegeben hatten, ging es mit dem Audioguide
ausgerüstet schon mitten hinein in die Ausstellung, in das Handelshaus, sein Hinterhaus und
damit auch in das wirklich beengende Versteck der Familie Frank. Auch wenn wenig bis keine
Möbel in den Räumen des Verstecks standen, sondern vielmehr Fotos einen Eindruck boten,
waren die alten Tapeten und eben die Anordnung der Räume Zeitzeugen für die damaligen
Lebensumstände der Familie Frank in ihrem Versteck. Die kleinen Zimmer, die mit mehreren
Familienmitgliedern geteilt wurden, hatten Platz für Betten und einen kleinen Schreibtisch. Eine
Küchenzeile, ein Esstisch füllte den Gemeinschaftsraum. Mehr Platz gab es nicht. Dazu kam,
dass man tagsüber leise sein musste, damit das Versteck nicht aufflog. Die Wasserleitung durfte
deshalb zum Beispiel nicht genutzt werden.
Auch im Annes Tagebuch sind diese Erfahrungen eindrücklich beschrieben, aber die Räume zu
betreten löste ein schweres Gefühl aus. Auch die andächtige Stille der anderen Besucher*innen
trug Übriges dazu bei. Das Anne-Frank-Haus ist ein Gedenkort, kein Museum, das ist uns vor Ort
noch einmal ganz anders bewusst geworden. Annes Tagebuch hat ihr Halt gegeben in dieser
schweren Zeit. Trotz ständiger Todesangst hielt Anne an ihrem Glauben an das Gute im
Menschen fest. Sie sah das Schöne, das trotz des Elends übrigblieb. Ein junges jüdisches Leben,
das für uns Motivation war, auf ihren Spuren unterwegs zu sein. Für uns Jusos zeigt es einmal
mehr, dass der Holocaust ein menschengemachtes Verbrechen war, Gedenken als
Verpflichtung für die Zukunft verstanden werden muss und Demokratie nicht selbstverständlich
ist.
Nach dem beeindruckenden Besuch im Anne-Frank-Haus haben wir eine Bootsfahrt durch die
Kanäle Amsterdams unternommen, vorbei an den alten und modernen Sehenswürdigkeiten der
niederländischen Haupstadt. Zum Abschluss unserer Tagestour gab es dann noch ein bisschen
Zeit für Besorgungen von typsischen niederländischen Spezialitäten, die dann auf der Rückfahrt
probiert wurden. Für uns steht fest: Dieser Ausflug soll nicht der Letzte gewesen sein. Schon
jetzt gibt es Überlegungen auf Anne Franks Spuren weiter zu gehen- bis zum Schluss. Ein Besuch
im Konzentrationslager in Bergen-Belsen ist z.B. in Planung.


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